26 Juni 2017

Der Huflattich - Ein Frühlingsbote

Geschrieben von Stephan Engelhardt, Veröffentlicht in Wildkräuter

Huflattich - Tussilago farfar (Korbblütengewächs)

Er gehört zu den ersten die sich trauen,  mit seinen strahlend gelben Blüten den nahenden Frühling anzukündigen. Beim Betrachten der Blüten geht während kalten und grauen Wintertagen, die Sonne in meinem Herzen auf.  Vielleicht möchte der Huflattich genau das bei uns bewirken.  Er erinnert uns daran, dass die Sonne immer da ist und Licht und Wärme in unser Leben bringt. Seine Blüte ist sehr weich und er ruft uns zu "Schaut mich an, ich bin weich und zart und doch so stark, dass mir Eis und Schnee nichts anhaben können". Wir können viel von den Pflanzen lernen.

huflattich01 wDie meisten anderen Pflanzen bilden zunächst Blätter und erst später den Blütenstand, der die Blätter oft weit überragt. Der Huflattich geht einen anderen Weg. Er zeigt uns sehr ausdauernd seine schönen, mit Sonnenlicht geladenen, kleinen bodennahen Blüten, um später große auffällige filzige Blätter zu bilden. Warum er das wohl so macht? Für die ersten Insekten sind seine Blüten eine wichtige Nahrungsquelle. Wir Menschen sind tief mit der Natur verwurzelt, auch wenn viele von uns eine immer größere Distanz zu Mutter Erde aufgebaut haben. Eine folgenschwere Distanz, für beide Seiten. Möchte uns der Huflattich, mit seinen wundervollen gelben Blüten, auch im Winter wie die Bienen anlocken und Nahrung für unsere Seele sein? Ein offenes Menschenherz wird die Antwort finden.

Die vielen Wildkräuter stehen uns immer als Nahrung zur Verfügung. Alle haben ihre spezielle Wirkung auf uns. Das gilt für alles, was wir uns zuführen, ob Apfel oder Huflattich.  Der Huflattich gehört zu einer der wenigen Pflanzen, die nicht zu meiner Nahrung gehören. Der Huflattich ist beim Betrachten Nahrung  für die Seele und bei körperlichen Leiden gilt er schon seit Urzeiten als kraftvolles Heilkraut.  

Durch seinen u.a. hohen Anteil an Schleimstoffen, entfaltet er seine positive Wirkung bei vielen Krankheitsbildern, wie z.B. Bronchitis, Reizhusten, Heiserkeit, Kehlkopf- undhuflattich03 w Rachenkatarr, Bronchialasthma und Brustfellentzündung. Äußerlich sollen die Huflattich-Blätter, zu einem Blätterbrei verarbeitet, bei Lungenerkrankungen, Gewebeverletzungen, Schleimbeutelentzündungen, chronischer Bronchitis und Venenentzündungen helfen, um nur einige Krankheitsbilder zu nennen.

In jüngerer Zeit ist der wilde Huflattich durch die möglicherweise enthaltenden giftigen Pyrrolizidinalkaloide in Verruf geraten. Andererseits wird er schon seit Jahrhunderten verwendet. Macht vielleicht auch hier die Menge das Gift?  Sollte man sich nicht lieber Gedanken darum machen, was der schwere Schweinebraten, der darauf folgende Verdauungsschnaps und die Sahnetorte mit Kaffee in uns bewirkt?

Nach so viel aufgezählten Krankheitsbildern ist es doch sehr viel schöner, dem Huflattich als gesunder Mensch zu begegnen. Das ist jederzeit möglich, wenn man sich als Teil der Natur erkennt und ihre große huflattich02 wFülle in sein Leben integriert. Eine gelegentlich achtsam und dankbar gepflückte Huflattich Blüte im Mund zergehen lassen, das bringt viel Sonne ins Herz :-)

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